Umwelt und Portemonnaie schonen: Revolution an der E-Zapfsäule?

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E-Autos rollen hierzulande vergleichsweise häufig über die Straßen: In Deutschland werden rund 83.000 E-Autos genutzt! Die Franzosen liegen mit 35.000 E-Autos weit unter diesem Wert. Der Spitzenreiter, die USA, übertrumpft die heimische Autolandschaft jedoch deutlich: Im Schnitt kann das Land der unbegrenzten Möglichkeiten über 100.000 Neuzulassungen für E-Autos innerhalb eines Jahres verbuchen! Um die Attraktivität der Verkehrsmittel der Zukunft europaweit anzuheben, haben nun zwei namhafte Anbieter ihr Preissystem umstrukturiert: EnBW und Telekom setzen ab sofort auf variable Abrechnungsmodelle.

 

Revolution oder Evolution?

 

Wer bisweilen eine der rund 14.500 Ladesäulen zum E-Autoakku-Tanken aufsuchte, wurde je nach Anbieter und Übertragungsgeneration (Geschwindigkeit der transferierten Strommenge) unterschiedlich kräftig zur (E-)Kasse gebeten. Ein Stückchen Transparenz wollen nun EnBW und Telekom auf die Strecke bringen: Ab sofort soll der Kunde lediglich „das bezahlen, was er verbraucht“, erklärt Marc Burgstahler das neu eingeführte Geschäftsmodell. Burgstahler ist derweil Leiter der Abteilung Elektromobilität beim Energieversor­ger EnBW. Auch die Telekom zieht nach und will mit Individualtarifen den Ein- und Umstieg in die E-Auto-Welt vereinfachen. Was zunächst nach einem großen Wurf klingt, entpuppt sich allerdings als ein überfälliger Schritt: Bis Anfang April 2019 sollten laut Gesetzgeber alle Ladesäulen ein neues Abrechnungskonzept erhalten haben, doch immer noch sind viele Anlaufstellen nicht durch eine der 16 Eichstellen genormt worden! Anbieter dürfen zwar nicht nach Gutdünken abrechnen und müssen klare Tarifdetails nennen, doch Schwankungen bei der Abrechnungen waren beziehungsweise sind nicht auszuschließen. Chancen auf Rückzahlungen im Falle fehlerhafter Abrechnungen bestehen kaum.

 

Tarife im Detail

 

Wer mit EnBW oder Telekom tankt, tut dies meist mit den hauseigenen Apps. Seit dem 1. März 2019 gelingt die Bezahlung nicht nur bargeldlos, sondern auch nach neuen Abrechnungsstufen. Allerdings gelten diese lediglich für „Schnellladesäulen“ alias Direct Currents (DC). Diese stehen größtenteils an Autobahnen und werden folglich nur bedingt genutzt, da der gewissenhafte E-Auto-Fahrer vorsorgt und einen niedrigen Akkustand insbesondere vor Autobahnfahrten zu vermeiden versucht. Dennoch: Wer nun bei EnBW tankt, zahlt 49 Cent pro Kilowattstunde. Wer eine monatliche Grundgebühr (4,99 Euro) entrichtet, tankt für 39 Cent. Für Telekom-Kunden werden jetzt ebenfalls 39 Cent pro Kilowattstunde fällig – ohne Grundgebühr. Sollte eine DC-Säule eines Nicht-Partners genutzt werden, steigt der Preis pro Kilowattstunde jedoch kräftig an: Satte 89 Cent verlangt die Telekom pro Kilowattstunde aus der „fremden“ Zapfsäule! Eine Liste sämtlicher Ladesäulen, katalogisiert nach Anbieter und Zapfsäulenart, finden Sie auf der Webseite der Bundesnetzagentur.

 

 

Quo vadis E-Auto?

 

Angesichts der ausbaufähigen Anzahl an E-Autos auf deutschen Straßen bleibt die Frage, ob die „Revolution“ an der Zapfsäule von EnBW und Telekom allein den Durchbruch bringen mag. Experten zweifeln zumindest an der Durchschlagskraft der Tarifänderung. Außerdem befürchten viele Verbraucher Mehrausgaben. Sinnvoller erscheinen Optimierungen an den Leistungen der E-Autos. Leistungsstärkere Akkus und der Ausbau erneuerbarer Energien etwa dürften nachhaltiger wirken. Denn wie eine Studie des Münchener Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo) offenbart, fahren E-Autos keineswegs „klimaneutral“. Übrigens: Ein neuer Stichtag für die Eichung der Ladesäulen wurde nicht festgelegt! Derweil begnügt sich die Bundesregierung mit dem neuen Tarifkonzept und den vorgelegten Plänen, in welchen Schritten die Zapfsäulen geprüft werden sollen.

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